Bau einer Trailerschale

...und bietet dem Boot eine große Auflagefläche.

Als Regattaschiff hat meine Micro Neptune 550 eine sehr dünne Außenhaut. Darum musste ich leider feststellen, dass die luftbereiften Rollen meines Trailers trotz wenig Luft doch stark ins Unterwasserschiff eindrückten.

Ich hatte über den Bau einer Trailerschale bereits Anfang des Jahres in einer Zeitung gelesen. Nur hatte ich mich bis jetzt gescheut, diese wie beschrieben an den Holmen des Trailers anzubringen. Da ich sowieso was am Schiff machen musste, schaute ich mir die Räder etwas genauer an. Die Rollen können durch eine Kurbel vorn am Trailer auf und herab gelassen werden. Und so kam mir die Idee, diese abzubauen und durch eine Schale zu ersetzen.

Ich kaufte mir also zwei verzinkte eckige Rohre die schon unten ein Loch hatten und baute diese an die Durchgangsbolzen mit schon vorhandenen durchbohrten Kunststoff Abstandsrollen. Die Schale soll von einer 19mm OSB Platte und gehalten werden. Zunächst besorgte ich mir eine Hartfaserplatte für die Schablone und bestellte mir 5 wasserfeste Sperrholzplatten (4x300x2600 mm) in Bremen.

Die Schablone wird erstellt

]     Die Hartfaserplatte fixierte ich unter das Unterwasserschiff und zeichnete diese mit einem breiten Klotz an. Die Schablone habe ich dann genau ausgeschnitten und auf die OSB Platte übertragen, um sie passgenau mit meiner elektrischen Stichsäge auszusägen.

Die Platte stellt später das senkrechte Element dar. Ich verschraubte sie schon einmal provisorisch mit den
Rohren und kurbelte sie dann unter das Schiff. Durch genaues Arbeiten brauchte ich fast gar nichts nacharbeiten. Um eine bessere Auflage zu haben, verdoppelte ich die Platte im oberen Bereich.

Dann machte ich mich an die Arbeit des Verleimens der Sperrholzplatten mit Epoxid. Dabei holte ich mir Hilfe durch meinem Schwager denn man hat nur etwa eine dreiviertel Stunde Zeit zum Leimen bevor das Aushärten beginnt.

Wir hatten bis dahin noch nie mit Epoxid gearbeitet. Aber durch eine gute Anleitung erwies sich die Arbeit als leicht durchführbar. Bei nur 12 Grad rührten wir also das Epoxid mit dem Härter zusammen. Mit einem Zahnspachtel verteilten wir das Epoxid auf beiden Seiten der Platten und fixierten diese durch seitliche Klötze.

Auf dem letzten Brett hatte ich noch jeweils vorher einen Klotz an die Enden geleimt um das Verrutschen der Platten beim Hochdrücken auf das Unterwasserschiff zu verhindern. Dann drückten wir die Platten noch mit Kabelbindern an den Enden zusammen.

Dieses Paket wickelten wir nun komplett mit Frischhaltefolie ein und überdeckten vorsichtshalber alles noch mit einem blauen Sack. Mit der Kurbel und zusätzlich einem Wagenheber haben wir dann alles unter das Schiff gedrückt. In der Mitte wurde der Druck durch die senkrechte OSB Platte ausgeübt und an den Seiten durch Gurte.

Wie ich später zufrieden feststellen konnte war alles wunderbar zusammen geklebt und nur unwesentlich verrutscht.

Ich habe dann erst einmal 2 Tage gewartet und dann die OSB Platte an der Stirnkante dick mit Epoxid eingestrichen und ein weiteres Mal mit dem Wagenheber unter die Sperrholzschale gedrückt. Dabei stellte ich sicher, dass genug Epoxid an den Kanten heraus trat.

Am nächsten Tag habe ich dann den Wagenheber und die Gurte gelöst: Alles top!

Da ich beim Verleimen für einen Überstand des Sperrholzes gesorgt hatte, blieb mir nichts anderes übrig als beide Enden mit der elektrischen Stichsäge von unten erst einmal abzuschneiden. Sonst hätte ich die ganze Konstruktion nicht unter dem Trailer heraus bekommen. Zu Hause im Keller brachte ich dann noch zusätzliche seitliche Traversen an den OSB Platten an.

Nun kam die schwerste Arbeit. Ich musste die Kanten mit dem herausgedrückten Epoxid ab bekommen. Dafür habe ich mir also eine Raspel genommen und die Kanten begradigt. Nach einem halben Tag raspelnd im Keller waren endlich alle Kanten vom Epoxy befreit. Ihr glaubt ja gar nicht wie hart das Zeug ist… Danach habe ich alles geschliffen und die Kanten gebrochen.

Das Resultat ist gut, die Arbeit hat sich gelohnt!

Für die Befestigungsbolzen habe ich die Löcher gegen eventuellen Wassereinbruch mit einer Schablone
vergrößert um sie dann später mit angedicktem Epoxid wieder zu erschließen. Nach Trocknung habe ich alle Löcher wieder auf 8mm verkleinert.

Um alles wasserdicht zu machen, wurden dann vorsichtshalber alle Teile mit einer Rolle zwei mal mit Epoxid eingestrichen (Bei jedem Mal vorher das Schleifen nicht vergessen!) Dabei sollte man unbedingt die Kanten aller OSB Platten und die Sperrholzkanten satt mit einem Pinsel und öfter mit Epoxid streichen, damit auch dort kein Wasser dort eindringen kann.

Vor dem Streichen mit 2 K Lack wurde alles noch einmal geschliffen. Der letzte Arbeitsschritt war, die Schale mit einer Isomatte zu bekleben. Wichtig ist dabei darauf zu achten, dass die Matte kein Wasser speichern kann, da sonst an diesen Stellen mit Fäulnis und eventuell auch mit Osmose zu rechnen ist. Ich habe mir eine Fitnessmatte geleistet und diese mit Pattex auf die Schale geklebt.

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