Dieseladditive: Grotamar und Co. bald nicht mehr erhältlich?

Grotamar und Co bald nicht mehr erhältlich?

Dieseladditive gegen Dieselpest

Die üblichen Dieseladditive zum Schutz vor Dieselpest sind ab Dezember 2018 verboten. Werden in Zukunft Eigner mit Biodieselproblematik alleingelassen? Michael Herrmann, Experte für Yachttechnik und Betreiber der Seite Yachtinside, gibt eine Einschätzung und einen Ausblick, wie es weiter geht:

Die Problematik

Laut einer neuen Richtlinie der EU werden ab dem 1. Dezember 2018 Kraftstoffadditive gegen Mikroben im Diesel wie Grotamar oder Liqui Moly Anti Bakterien Additiv nicht mehr im freien Handel erhältlich sein. Die Abgabe darf dann nur noch durch und an Fachkräfte erfolgen. Damit liegt der schwarze Peter „Dieselpest“ wieder bei den Eignern, besonders, wenn sie keinen Zugang zu biofreien Dieseln wie Aral Ultimate, Shell GTL oder Neste Renewable Diesel-Kraftstoff (ex-C.A.R.E.) haben.

Was machen die Hersteller?

Wie aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen zu vernehmen ist, ergibt sich folgende Situation: Schülke und Mayr – die Hersteller von Grotamar – verweisen auf die EU-Richtline und werden bis auf weiteres ab dem 1.Dezember 2018 kein Grotamar mehr an Endverbraucher ausliefern – es sei denn, diese haben einen entsprechenden Gewerbeschein oder Handelsregistereintragung. Grotamar könne – so die Vorstellung – dann an Tankstellen gekauft und vom Tankwart in den Tank gefüllt werden.

Gibt es Alternativen?

Liqui Moly bastelt an einer neuen Formulierung, die im November unter den selben Namen in den Verkauf gebracht werden sollen – wie gehabt, auch an Endverbraucher. Also zunächst mal: Keine Panik!

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Wie sieht es mit weiteren antibakteriellen Dieseladditiven aus, z.B. „ERC Diesel Plus„? Wie mir der sehr freundliche Herr Kantati von ERC erklärte, werden sowohl das bisher zum Zweck der Mikrobenbekämpfung angebotene ERC Diesel Plus als auch das auch von ERC vertriebene Grotamar zum 1.12.2018 aus dem Sortiment genommen.

Als Ersatz wurde „ERC Diesel Agil“ entwickelt, was – da biozidfrei – auch weiterhin an Endverbraucher abgegeben wird. Dieses Mittel wirkt – vereinfacht dargestellt – dadurch, dass den Mikroben weitgehend die Lebensgrundlage entzogen wird. Dazu werden Antioxidantien und Stabilisatoren verwendet. Das Mittel ist jedoch eher als Prophylaxe anzusehen, bei bereits vorhandenem Befall reicht die Wirkung nicht aus.

Die neuen Dieseladditive sind milder

Bleibt noch der Hersteller Yachticon. Unter dieser Marke wurde ein mikrobizidhaltiges Mittel „Diesel Plus Additiv“ vertrieben, was – wie auch Grotamar, das auch über Yachticon vertrieben wird – zum 01.12.2018 ausläuft. Diese biozidhaltigen Additive werden durch ein „Diesel Plus Advanced“ genanntes Mittel ersetzt, das ohne die gesperrten Zusatzstoffe auskommt, daher jedoch auch in der Wirkung etwas „milder“ ausfällt. Herr Clausen von Yachticon sprach – ganz im Sinne der Yachties – davon, dass sowohl die Verbraucher als auch die Hersteller von der hier praktizierten Regelung erst einmal überrollt und anschließend, wie schon angedeutet, im Regen stehen gelassen wurden.

Zu der ganzen Thematik gibt es bei yachtinside.de bereits einige Dutzend Seiten mit detaillierten Beschreibungen über die Entstehung und die Bekämpfung des „Dieselpilzes“, und zu den aktuellen Entwicklungen ist ein weiterer Artikel – u.a. auch mit Bezugsquellen – in Vorbereitung.

Wir bedanken uns bei Michael Herrmann für diesen Beitrag!


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