Ozongenerator selber bauen: Anleitung zur Geruchsbeseitigung mit Ozon

Ozongenerator selber bauen zur Geruchsbeseitigung

Dies ist eine Anleitung, wie man sich einen Ozongenerator günstig selber baut um schlechte Gerüche wirksam zu entfernen. Alles was ihr braucht sind ein günstiger Ionisator, ein Ventilator, eine Box und ein paar Kabelreste.

Ein Ozongenerator eignet sich zur Geruchsbeseitigung von Modergerüchen, Zigarettenrauch oder auch Tiergerüchen.

Ich habe den Generator für mein Boot gebaut, aber er kann genauso gut im Auto oder in Wohnungen eingesetzt werden. 

Da es im Segeln-Forum heiß diskutiert wurde, hier noch einmal ausdrücklich die Warnung:

Wechselstrom kann lebensgefährlich sein, es besteht potentiell Feuergefahr und Ozon ist giftig wenn man es einatmet. Darum:

Nachmachen auf eigene Verantwortung!

Während und nach dem Betrieb des Generators dürfen Räume für einige Stunden nicht betreten werden.

Wenn dich die Warnung nicht abgeschreckt hat zeigen wir dir hier, wie du eklige Gerüche erfolgreich bekämpfst und dabei eine Menge Geld sparst.

Was ist Ozon?

Ozon ist reiner Sauerstoff, allerdings in einer besonders aggressiven Form, die sofort alle geruchsbildenden Stoffe attackiert und zersetzt. Nach kurzer Zeit verwandelt sich das Ozon wieder in „normalen“ Sauerstoff. Dadurch ist Ozon eine sehr umweltfreundliche Form der Geruchsbekämpfung, die ohne irgendwelche Chemikalien auskommt.

Aber Achtung: Ozon ist auch für Menschen sehr schädlich, darum sollte man sich niemals in einem Raum mit dem laufenden Generator aufhalten und auch nach dem Abschalten lange genug warten, bis sich das Ozon zersetzt hat.

Wie kann ich das Ozon nutzen?

Kommerzielle Ozongeneratoren sind mit Preisen zwischen 200 und 500 €, je nach Ozonausstoß, leider ziemlich teuer. Es gibt auch Mietangebote, aber die kosteten auch mindestens 30 € am Tag und haben oft eine Mindestmietdauer von einer Woche.

Doch es geht auch billiger: Nach ein bisschen Stöbern auf Amazon fand ich schließlich einen extrem günstigen Ionisator mit einer starken Leistung von 10.000 mg Ozon pro Stunde. Das einzige Problem war, dass es nur der Generator war, ohne Gehäuse, Kabel, Ventilator, Timer und so weiter. Ich war zunächst skeptisch, aber habe das Gerät dann einfach mal bestellt und mein eigenes Gehäuse drumherum gebaut.

Dafür habe ich eine Box von einem Premium-Whisky genommen, die ich von einem Freund bekommen habe (leider ohne Inhalt...). Dazu kam noch ein Ventilator für die Kühlung und die Verteilung des Ozons und ein paar Elektro-Kleinteile, die ich noch rumliegen hatte.

Der Ozongenerator im Test

Nach einem Bastelabend probierte ich das Ganze am nächsten Morgen an Bord aus. Da der Ozongenerator warme Luft und niedrige Luftfeuchtigkeit benötigt habe ich zunächst die winterliche Kajüte eine Stunde lang mit einem 1000-W-Elektroheizer vorgeheizt. Zur Sicherheit habe ich den Heizer dann direkt hinter den Lüfter gestellt um dafür zu sorgen, dass die Luft so warm und trocken wie möglich war. Unter das Ganze kam noch ein Backblech, falls irgendetwas zu heiß werden sollte. Dann machte ich alle Luken dicht mit Ausnahme eines kleinen Schlitzes für das Kabel. Und dann: Stecker rein (von außen natürlich!).

Der Ozongenerator an Bord

Das Ergebnis der Ozonbehandlung

Schon nach ein paar Sekunden konnte ich einen Ozongeruch durch den Schlitz wahrnehmen und nach ein paar Minuten roch es sogar auf dem Steg wie im Schwimmbad. Ich wartete in sicherer Entfernung und zog nach 30 Minuten den Stecker um die Ozon-Produktion zu stoppen.

Nach einigen Stunden (es dauert eine Weile, bis das Ozon wieder zu „normalem“ Sauerstoff zerfallen ist) war es Zeit für einen Schnuppertest. Ich war überwältigt: Der Muff-Geruch war komplett verschwunden! Innen roch es frisch und nur ein ganz leichter „Schwimmbadgeruch“ war noch zu vernehmen.

Langzeit-Ergebnis

Auch wenn die Ozon-Behandlung ein voller Erfolg war, so hielt sie doch nicht für immer. Nach einigen Wochen kam der muffige Geruch (in abgeschwächter Form) zurück. Dies liegt wahrscheinlich daran, dass sich Geruchsquellen wie Schimmelpilze eben nach einer Weile wieder ausbreiten, wenn man nichts gegen die Ursache (z.B. Feuchtigkeit in den Polstern) unternimmt. Aber in so einem Fall kann man die Ozonbehandlung ja einfach nach Belieben wiederholen, bis man die Zeit findet, der Ursache des Problems auf den Grund zu gehen.

Alternative Selbstbau-Ozongeneratoren

Inspiriert von diesem Bericht haben uns einige Bilder von weitern selbst gebauten Ozon-Generatoren erreicht:

Ozongenerator in einem Heizlüfter eingebaut

Wuggi aus dem Yacht-Forum hat den Ozon-Generator anstelle der Heizspirale in das Gehäuse eines Heizlüfters eingebaut:

Hierfür hat er die Ozonplatten vom Trafo mit dem Multimaster abgetrennt und das Gehäuse mit einem Heißluftföhn leicht angeschmolzen um Platz für den Trafo zu schaffen. So verpackt sieht das Gerät schon fast professionell aus. So professionell, dass er Warnhinweise vor dem Ozon auf dem Gehäuse angebracht hat, um eine Verwechslung mit einem "normalen" Heizlüfter zu vermeiden.

Hier noch zwei weitere Beispiele für Gehäusevarianten, vorgestellt in der BootsBastler Gruppe auf Facebook:

Ozongenerator in einer Holzkiste

Udo hat ein schönes Holzgehäuse gebaut, in das er gleich zwei Ionisatoren gepackt hat:

Ozongenerator in der Kunststoffbox

Jörg hat einen Generator in eine Kunststoffbox eingebaut und zwei Lüfter verbaut, einen für die Zuluft und einen für die Abluft:

Danke an Udo und Jörg für die Bilder!

Habt ihr auch Erfahrung mit einer Ozonbehandlung? Oder sonst einen Tipp, wie man unangenehme Gerüche an Bord los wird? Dann schreibt einfach einen Kommentar unter diesen Artikel!

  • N. Mariner sagt:

    Wenn man das Ozon unmittelbar nach der Erzeugung durch einen Heizer schickt, wird der größte Teil des Ozons schon im Heizer zerfallen ( 1 xO³ -> 1 x O² + O (nascierender Sauerstoff, extrem aggresiv); 2 x O -> 1 x O²), denn Ozon macht das im Kontakt mit beliebigen Oberflächen. Auf diese Weise wird ein Großteil der Wirkung verschenkt.
    Wahrscheinlich hätte das Trocknen allein die gleiche Wirkung gehabt.

    • jan sagt:

      Vielen Dank für deinen Kommentar. Das stimmt natürlich. Darum habe ich den Lüfter VOR dem Ozongenerator platziert. Das heißt die Luft wird erst erwärmt (und damit auch gleichzeitig trockener) und dann durch den Ozongenerator geschickt. Jedenfalls hat das Resultat überzeugt…

      • Andreas sagt:

        Ein Heizlüfter erwärmt die Luft, aber er trocknet sie nicht. Wo soll denn das in der Luft gebundene Wasser bleiben? Ehr das Gegenteil könnte eintreten, – erwärmte Luft kann mehr Wasser aufnehmen, mehr wärme sorgt für stärkere Verdunstung (falls es Feuchtigkeitsquellen gibt). – aber hat ja trotzdem funktioniert 😉

        • Jan sagt:

          Das stimmt, andererseits ist die relative Luftfeuchtigkeit bei höherer Temperatur geringer. Aber das ist ja nur die theoretische Menge an Wasserdampf die in der Luft enthalten sein kann… Auf jeden Fall eine interessante Frage, vielleicht wäre der Heizlüfter in der Tat nicht nötig. Aber geschadet hat er auch nicht 😉

  • Thomas sagt:

    Ich wollte mich gerade im segeln-forum für den Tipp bedanken, aber da war das Thema auch schon geschlossen.
    Unfassbar….

    DANKE und bestellt
    http://www.ebay.de/itm/272390814346

    • jan sagt:

      Danke für den Kommentar! Ja, schade dass der Beitrag im Forum geschlossen wurde. Natürlich ist Ozon nicht ungefährlich, aber darum habe ich ja auch im ersten Satz vor den Risiken gewarnt.

      Also bitte VORSICHTIG beim Nachmachen!

      Und schreib mir doch mal eine Mail mit deinen Erfahrungen!

      Liebe Grüße vom Bodensee,
      Jan

  • Heiko sagt:

    Hallo Jan, drückst du mit dem Lüfter Frischluft durch das Gehäuse oder saugt er nach außen? Entschuldige, wenn dir die Frage etwas banal erscheint. Im Übrigen finde ich Deine Idee mit dieser Website wirklich prima. Beste Grüße, Heiko

    • jan sagt:

      Hallo Heiko,

      danke für das Kompliment, ich werde versuchen die Seite weiter auszubauen. Bezüglich deiner Frage: ich habe erst den Heizlüfter um die Luft zu erwärmen. Dahinter kommt dann der Lüfter, der die warme Luft durch die Box am Ozongenerator vorbei leitet (also drückt).
      Sag Bescheid wenn du noch mehr Fragen hast! Und berichte mal ob es geklappt hat (bitte Warnhinweise beachten!).

      Liebe Grüße

      Jan

  • Heiko sagt:

    Klar, dass ich kurz berichten werde. Mitte Februar dürfte ich mich an das gute Stück machen können. Habe eben die Teile bestellt. Bis dann, Heiko

  • Jan sagt:

    Moin Jan
    Als Norddeutscher bevorzuge ich Rum, aber trotzdem vielen Dank für den Tipp. Und lass dich durch die Segeln-Forum Sperrung nicht irritieren oder verunsichern. Würde mich freuen, da öfter was von dr zu lesen.

    Viele Grüße von der Ostsee,
    (auch) Jan

    • jan sagt:

      Moin moin,

      vielen Dank für das Lob, ich werde versuchen die Seite hier noch ordentlich zu erweitern. Wenn du selbst ein spannendes Bastelprojekt hast kann ich dir gerne einen Gastautor-Account einrichten…

      Grüße ausm Süden
      Jan (Ich trinke auch lieber Rum. Aber der hat nicht so schöne Boxen… 😉 )

  • Thomas sagt:

    Da ich mir das Ding ja auch bestellt habe, habe ich ein wenig zu dem Thema rumgesurft.

    Die Temperatur sollte nie über 25 Grad kommen.
    Die Idee mit dem Heizlüfter ist somit nicht ganz so gut.

    Und es muss alles ganz trocken sein.
    Sonst kann Salpetersäure entstehen.

  • Dos sagt:

    Hallo Jan,
    Danke für den Tipp/Anleitung hier. Ich hab auch einen etwas muffigen Geruch im Schiff, kann die Ursache leider nicht lokalisieren.Ich habe eine komplett 100% trockenen Bilge. Die Luftfeuchtigkeit ist dennoch meist etwas zu hoch. Keine Ahnung, warum. Das ganze Wochenende lief jetzt ein Luftentfeuchter. Habe mir vor kurzem diesen 10000mg/h Ozongenerator bei eBay gekauft für 23,99 EUR (kostenloser Versand).

    Heute habe ich den Ozongenerator 1h lang in meinem 41? Schiff laufen lassen, davor einen kleinen Ventilator gestellt, um den Generator zu kühlen. Während der Behandlung habe ich alles dicht gehabt. Ich selbst war natürlich nicht im Innenraum. Nach einer Stunde dann von aussen den Stecker gezogen und nach Hause gefahren. Kommende Woche gebe ich Rückinfo, ob es geklappt hat.

    • Jan sagt:

      Hallo Dos,
      schöne Sache, bin gespannt auf die Ergebnisse. Natürlich ist es besser die Geruchsquelle ausfindig zu machen, aber zur Not geht es auch so. Kann dann sein dass du die Prozedur ab und zu Mal wiederholen musst…
      Liebe Grüße von Bord aus Kappeln,
      Jan

  • Jens Stark sagt:

    Ozon ist genial, aber hoch giftig.
    Wir haben ein ganzes Haus mit so einem kleinen Generator entstunken.

    Aber Ozon beseitigt nicht nur Gerüche, sondern kann auch bleichen. Und Lebensmittel und sowas wie Schmierfett oder anderer Schmodder können auch richtig leiden.

    Neben Ozon entstehen bei der Hochspannungsmethode auch andere Stoffe, die wir nicht mögen, auch sowas wie Säuren. Also GUT lüften.

    Optimal ist es, den Generator mit einer Zeitschaltuhr zu verbinden.

    Also im Prinzip: Boot aufräumen und saubermachen. Trocknen lassen, alles dicht machen, Zeitschaltuhr an, raus. (30 Minuten laufen lassen, dann noch die gleiche Zeit einwirken lassen, danach von außen die Luken auf, ohne daß man in den Innenraum muß.) Nach gründlicher Lüftung kann’s weitergehen.

    Viel Erfolg!

    Jens


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