Neues Teak für’s Cockpit! • KlabauterKiste

Neues Teak für’s Cockpit!

Folgender Refit-Bericht hat uns von Steffen Flumm erreicht. Vielen Dank Steffen für die tolle Dokumentation!

Nach mehr als 20 Jahren in Wind und Wetter ist irgendwann Schluss gewesen für die "hölzernen Sachen" an Deck und so beschloss die Eignergemeinschaft der „Vega“, einer Dufour 32 Integral, Baujahr 1999, die Duchten und Sitzbank im Cockpit komplett instand zu setzen mit neuem Teak.

Steffen nimmt sich dem Projekt an und macht ich sich ans Werk. Nach Literatur, Videoanleitungen im Internet sowie fachliche Anfragen in der Marina am Bodensee wird klarer, wie man solch ein Projekt in die Tat umsetzen kann.

Das bestehende Teak ist leider sehr stark verwittert, die Dehnfugen treten bereits aus dem Holz aus und Feuchtigkeit konnte eintreten. Für die Light-Variante „neu ausfugen und schleifen“ ist es hier wohl schon zu spät. Also wird im ersten Schritt das alte Holz und Fugenmasse mit Hammer und Stechbeitel entfernt.

BootsBastler-Shirt

Steuermann Sitzbank

Backbord Ducht

Steuerbordseitige Ducht

Entfernen des alten Holzes und des Klebers

Fertig gereinigte Flächen, bereit für den neuen Teakbelag

Für den Neubelag wird zunächst ein Massblatt mit Materialauszug und eine Originalschablone der Duchten im Massstab 1:1 angefertigt. Damit können dann die neuen Teakhölzer für Steuermann-Sitzbank, Seitenbänke sowie Badeplattform passgenau zugeschnitten werden.

Die fertig zugeschnittenen Hölzer werden passend zusammengestellt, seitlich jeweils mit Begrenzungen, um das «Auswandern» der Latten beim späteren Verkleben mit Glasfasermatte und Epoxydharz zu vermeiden. Nach dem anschließenden Aufbringen der Matten sorgen dann noch Konterlatten und Steingewichte dafür, dass alles plan bleibt und sich nicht nach oben biegen oder verwinden kann.

Stableisten für die Badeplattform

Stableisten für die Sitzbänke

Verklebte Stableisten

Die Zwischenfugen werden mit Sika Multiprimer behandelt. Nach 2 Stunden Trocknungszeit muss als nächstes ein 4mm Fugenband in die Fugen eingelegt werden, um die sogenannte 3-Flankenhaftung der einzubringenden Sika Verfugmasse zu vermeiden. Im Anschluss werden sämtliche Zwischenfugen der Stabdecksleisten mit Sikaflex 290 DC Pro Marine ausgefugt. Zum Schluss dieses Arbeitsschritts wird die Masse eingedrückt und mit einem schmalen Spachtel glattgezogen. Die anschließende Trocknungszeit beträgt mindestens 4 Tage bei konstanter Temperatur.

Nach der Trocknungszeit kann die überstehenden Verfugmasse mit einem Mozart- Messer oder Beitel abgezogen werden und anschließend die Fläche mit dem Excenterschleifer in zwei Durchgängen (80er und 120er Körnung) geschliffen werden. Anschließend werden noch die Ausfugkanten gesäubert.

Einkleben der Trennschicht

Eindrücken der Fugenmasse

Ausgefugte Stableisten

Teilbeschliffener Rohling

Duchtenauflagen und Badeplattform Rohlinge, fertig beschliffen

Die fertig bearbeiteten Flächen sind nun noch zu groß, um in die Cockpitflächen passgenau eingelassen zu werden. Deshalb werden diese jetzt im nächsten Schritt, mithilfe der Schablonen, auf das richtige Maß zugeschnitten.

Tipp vom Schreiner:
Um das Ausreißen des Teakholzes beim Sägen zu verhindern kann man das Originalmaß der Duchten auf dünnes Sperrholz kopieren, dieses auf die Stabdecksbretter klemmen und dann
zusammen aussägen.

Rohling fertig für Zuschnitt

Zugeschnittene und geschliffene Auflagen

Um die fertigen Teile beim Transport zum Boot nicht zu beschädigen, werden die Stabdecksbretter in einer Transportkonstruktion stabilisiert, um ein Verbiegen zu vermeiden.

Vor Ort werden dann die fertigen Stabdecksauflagen auf die gereinigten Cockpitflächen geklebt. Gewichte sorgen für kontinuierlichen und flächigen Anpressdruck während der Trocknungszeit.
Die Steuermann-Sitzbank muss aufgrund der starken Wölbung der Öberfläche vor Ort mit einzelnen Leisten neu belattet werden.

Andrücken zum Trocknen

Neue Badeplattform

Neubelattung der Steuermann-Sitzbank

Das Endergebnis kann sich wirklich sehen lassen!

Danksagungen des Autors

Herzlichen Dank an Frau Elisabeth Gold von der Fa. Sommerfeld + Thiele, D- Mölln für die fachliche Beratung bei der Auswahl der zu verarbeitenden Hölzer, der anzuwendenden Klebstoffe und sonstigen Materialien sowie «Richtigstellung und Reihenfolge» der einzelnen Arbeitsschritte. Ohne ihren fachlichen Rat wäre die Arbeit nur halb so gut gelungen.

Auch bedanke ich mich bei der Projektschreinerei Holzmann in unserem Dorf in CH- Untersiggenthal. Hier konnte ich als «Hobby- Schreiner» schalten und walten, mit professionellen Maschinen arbeiten und hatte mit Tomasz und Heiko jederzeit fachliche Schreiner an der Seite, die bei der Bearbeitung der Hölzer mir immer wieder gute Tipps gaben.

Zuletzt meinen Dank an meine beiden VEGA Miteigner Wolfgang und Christian. Ohne ihr Vertrauen in meine Arbeit, hätte ich dieses Projekt wohl nicht begonnen.

Herzlichstes Dankeschön an ALLE.....

About the author

Matthias Rummel


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