Knoten des Monats: Kosakenknoten (russische Version des Palsteks)

Der Palstek ist zu recht einer der wichtigsten Knoten an Bord. Und doch wird in der Russischen Marine häufig an seiner Stelle der sogenannte Kosakenknoten eingesetzt:

Er wirkt nach dem gleichen Prinzip (einem mit sich selbst geknüpften Schotstek), allerdings an der Seite der Schlaufe anstatt am stehenden Ende. Interessanterweise ist der Kosakenknoten nicht in Ashleys Buch der Knoten verzeichnet, wohl aber im russischen Pendant „??????? ????“ von Lew Skrjagin.

Ist der Knoten nun besser oder schlechter als der „normale“ Palstek? Dafür müsste man ausführliche Tests in allen möglichen Situationen durchführen. In der Theorie sollte der Kosakenknoten besser halten, wenn die Schlaufe bei Belastung eher rund ist (also z.B. über einem Poller liegt, dessen Durchmesser nur wenig kleiner als der der Schlaufe ist). Laufen beide Enden der Schlaufe bei Zug eher parallel (also z.B. beim Festmachen an einem Ring) erscheint die Richtung des „Schotsteks“ im Palstek sinnvoller.

Wie bei allen hier vorgestellten Knoten erfolgt die Nutzung auf eigene Gefahr! Eventuell gibt es ja einen guten Grund, warum Ashley den Kosakenknoten nicht erwählt. Gänzlich unbrauchbar wird der Knoten jedenfalls nicht sein, sonst würde er nicht seit Jahrhunderten in der russischen Seefahrt eingesetzt. Legt man den Knoten auf Slip so spricht man übrigens vom Kalmückenknoten. Damit banden kalmückische Rentierzüchter ihre Tiere an, aber auch dieser Knoten ist in der Russischen Seefahrt bekannt.

 

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