Refit-Tagebuch: Ich hab‘ mir einen alten Fischkutter gekauft • KlabauterKiste

Refit-Tagebuch: Ich hab‘ mir einen alten Fischkutter gekauft

Manchmal ist es einfach Liebe auf den Ersten Blick. Doch dass Verliebtsein beim Bootskauf nicht unbedingt der beste Ratgeber ist durfte Peter Samulat dann am eigenen Leib erfahren. Das Projekt war (wie so oft bei alten Booten) deutlich aufwendiger als geplant. Doch am Ende gibt es vermutlich kein besseres Gefühl, als auf das Resultat harter Arbeit anzustoßen und mit dem eigenhändig restaurierten Kutter in See zu stechen.

Peter hat über seine Arbeiten an Bord ein Buch im Selbstverlag geschrieben. Wir werden in dieser Serie ab jetzt wöchentlich ein Kapitel veröffentlichen. Wenn du nicht so viel Geduld hast und Peter eine Freude machen willst (oder jemandem ein Geschenk), dann kannst du das gedruckte Taschenbuch auch  hier bestellen.

Noch ein kleiner Hinweis: Falls jemand Lust hat, an diesem tollen Projekt mitzuwirken, schreibt uns bitte eine Nachricht. Peter freut sich sehr über Mitstreiter und helfende Hände!

Mit Dank an Jens, Marco, Raimon, Nico, Anne, Petra und die vielen anderen helfenden Hände. 
Ohne euch hätte ich schon lange hingeschmissen.

Der stolze Eigner auf dem Fischkutter "Hannes"

Vorwort

Kennen Sie die Filmkomödie „Geschenkt ist noch zu teuer“? Hier geht es zwar nicht um ein Boot, aber um „ein junges Liebespaar im Krieg mit seinem frisch erworbenen Traumhaus, das sich zum Albtraum entwickelt“.

Schon immer hatte ich den Wunsch, einmal ein Boot zu besitzen. Den Sportbootführerschein See hatte ich schon seit Jahren und in einem Verein in der Nähe gab es dann sogar die Möglichkeit, ein Motorboot stundenweise auf der Eider zu fahren. Auch standen an diesem Boot im Winterlager immer viele Arbeiten an. Ich habe damals die komplette alte Elektrik entfernt und erneuert. 

Nach ein paar Jahren wurden diese kurzen Törns auf der Eider aber einfach zu langweilig.

Immer wieder flammte der Gedanke auf, ein altes Boot (möglichst einen ehemaligen Fischkutter) zu kaufen und zu restaurieren (Neudeutsch: Refit). Es sollte eben nicht so ein „Joghurt-becher“ sein  also kein modernes, weißes Boot aus viel Plastik. 

Und irgendwann ergab sich dann eine Möglichkeit: In Cuxhaven wurde Mitte 2020 in einer Kleinanzeige ein alter Holzkutter als „Bastlerboot“ zum Verkauf angeboten. Der Preis: Fast geschenkt. Und für mich als Laien in einem guten Zustand. Die Bilge war trocken, der Motor aus dem Jahr 1944 lief. Vor vielen Jahren war es zum Wohnboot umgebaut worden und lag seit langer Zeit in Cuxhaven ganzjährig im Wasser. 

12,6 Meter lang, 4,5 Meter breit. Ein schöner Brocken.

Und so beginnt diese Geschichte. Eine Mischung aus liebevollem Wahnsinn, Selbstüberschätzung, fehlenden Fachwissen, unzählbaren Arbeitsstunden und viel Geld.

Aber: Es hat Spaß gemacht! Und macht es noch immer.

An dieser Stelle mein großer Dank an Petra, der besten Ehefrau von allen, die mir liebevoll wohlwollend, aber immer auch kritisch mit dem Blick aufs Geldversenken, zur Seite stand. 

Heute möchte ich Sie mitnehmen auf meine Erlebnistour, dem Refit eines ehemaligen Fischkutters. 

Der trägt heute den Namen HANNES, nach einem guten Freund, der aus Büsum stammt und seit vielen Jahren in Griechenland lebt.

Dieses Buch ist eine Mischung aus Tagebuch und Baubericht. Daher sind einige Themen „weit verstreut“. Ich habe so aber versucht, die vielen kleinen und großen Probleme und meine Lösungswege zu dokumentieren – auch als Hilfestellung für andere.

Viel Spaß beim Lesen!

Peter Samulat

Hier geht es zum ersten Kapitel des Fischkutter-Refits.

About the author

Peter Samulat

Dr.-Ing. Peter Samulat, Jahrgang 1956, lebt in Dithmarschen, ist verheiratet, hat vier Kinder und seit Jahren den Wunsch, einmal ein eigenes Boot zu besitzen. Dafür wird sogar das jahrelang gepflegte Hobby digitale Modelleisenbahn aufgegeben. Denn im Jahr 2020 ergab sich die Gelegenheit, einen alten, schon zum Wohnboot umgebauten Fischkutter zu erwerben. Und so beginnt diese Reise ins überraschend Unbekannte.


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